Die gemeine deutsche Urlauberschaft hat sich Wohlbehagen verdient. Wellness, Rotwein und jede Menge Schinken. Nichts gegen Schinken – es roch im zweiten Gang des “ReiseMarkt Rhein-Neckar-Pfalz” wunderbar nach den Südtiroler Kaminwurzen und dem Speck des “Schenner Speck Ladele“. Aber morgens vor 12 bereits Rotwein probieren, das befremdet selbst mich Hartgesottene.
Maimarkthalle. Kein sonderlich großes Gelände, in einer Stunde ist die erste Durchschau getan. Einige Stände schlicht, Plakate aufgehangen, Hochglanzprospekte hingelegt und das war’s für die Atmosphäre. Wellness per Print.
Fliegende Händler (Tücher. Schmuck. Portemonnaies. Seifen. Und Rollkofferschnäppchen).
Ach, und da: ein Wohnmobil. Pech für den daheimgebliebenen Blogpartner. Das Herz hätte ihm höher geschlagen.
Nun auch aufwändiger gestaltete Stände, vom Wellness-Hotel Schliffkopf, z.B.: den Boden mit Spänen bestreut, die Tische mit “Rinde” verkleidet, ein Steinbrunnen und komplette Fotowände. Sogar einen großen Monitor gibt es. Geht doch!
Gewinnspiele allenthalben. Adressensammeln par excellence (Frau Aigner, wo sind Sie?).
Die AusstellerInnen beim ReiseMarkt sind international. Zwei Partnerländer stellen den Schwerpunkt: Madagaskar und das Bruche-Tal im Elsass. Ich bin keine Fernreisende. Mich zieht es nicht weit weg. Zumal ich vor allem der Anregung für’s Reiseblog wegen hier bin.
Also Elsass. Mit überhaupt und allgemein den hübschesten Anblicken.


Elsass
“L’Alsace de parcs en jardins” – ja, klar, dass mich dieses Prospekt sofort anzieht. Das mir 37 Parks und Gärten von Siltzheim bis Ferrette vorschlägt. Übersichtlich auf einer Karte inklusive Verkehrswege aufgeführt, jeder Garten mit Foto, Adresse, Öffnungszeiten, Legende und französischer/deutscher/englischer Kurzbeschreibung. Herr Blogpartner, ich möchte unbedingt in die Roseraie des Trois-Epis, in den Parc de la Marseillaise und in den Parc zoologique et botanique in Mulhouse! Du kannst ja selbst mal gucken: tourisme-alsace.com/de/broschuren-elsass.
Die freundliche Elsassvertreterin fragt mich nach meinen Interessen. Radfahren? Wandern? Und schwupps, ein weiteres Prospekt. “Le Bas-Rhin au fil des sentiers” – Wandern durch das Unterelsass. Auch dies ein schön aufgemachtes Blatt mit Karte, Routenvorschlägen, Adressen der Verkehrsämter. Und dem Hinweis auf die Internetseiten, auf denen sich Wegbeschreibungen inkl. Höhenangaben, Entfernungen und diversen Adressen herunterladen lassen. Sehr schön!
Dann mal ums Eck gegangen. Um eine Bildungslücke festzustellen. Der irgendwann mal studierten Sozialpädagogin ist Pfarrer Oberlin kein Begriff. Und dabei hat sich dieser Pfarrer schon im 18. Jahrhundert für spielerisches Lernen der Kinder eingesetzt. Also, Bildung nachholen und das Musée Jean-Frédéric Oberlin, das wohl sehr auf Interaktion baut und nicht nur für Kinder gedacht ist, in Waldersbach besuchen.
Das stille Örtchen
Selbstverständlich ist auch Rhein-Neckar-Pfalz vertreten. Ganz offiziell. Mit herrschaftlichen Toilettenstühlen aus Schwetzingen zum Beispiel.

Die Sonderausstellung “Das stille Örtchen – Tabu und Reinlichkeit bey Hofe“, die noch bis 19.2. im Schloss Schwetzingen läuft, wird von Frauen und Männern in historischer Bekleidung beworben (und mir ist natürlich prompt das Foto verwackelt).
Für Schnellentschlossene: morgen, 8.1., wird in Schwetzingen das Puppentheater “Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat” gespielt!
Kochschule Eppelheim
“Cookst Du!” Ach was?
Eine Kinderkochschule. Das ist ja nett. Jeden Samstag für drei Stunden wird sie angeboten. Als Kindergeburtstagsaktivität? Für Schlechtwetterzeiten? Um mal was anderes auszuprobieren als das, was der Papa immer auf den Tisch bringt?
Die Kochschule Eppelheim ist professionell ausgestattet, Küchenchefs und Küchenmeisterin bieten das ganze Jahr unterschiedliche Kurse und Veranstaltungen, natürlich auch für die Erwachsenen. Und wer nicht nach Eppelheim will, der kann an einer der Koch- und Gourmetreisen teilnehmen.
#mimimimimi (das Programm macht hungrig. Aber eins muss ich noch schreiben: auf dem Programmheft ist ein Päckchen Rucolasamen angeklebt. Es sind diese kleinen Ideen, die positiv auffallen).
Und sonst…
…weiß ich jetzt, dass es in Bönnigheim ein Schwäbisches Schnapsmuseum gibt, hätte ich mich in “Schwarzwälder” Bollenhuttracht (die doch sowieso nur in drei kleinen Gemeinden getragen wird, Herrgottnochmal) fotografieren lassen können, habe ich mich wie immer auf solchen Großveranstaltungen gefragt, wieviel Schweine da eigentlich geschlachtet werden mussten, sah ich einen Film über Irland und bin von der PowerPointPräsentation des Gartenreisenveranstalters geflohen, habe ich, nachdem dort wieder mehrere Wohnmobile standen, beschlossen, dann doch mal dieses Mannes Wunsch nachzukommen und mit ihm ein paar Tage so ein Ding zu mieten und freute ich mich, dass es – Bad Kissingen sei Dank – auch einen Stand gab, an dem Wasser angeboten wurde:

Und dann war da noch das Unweigerliche
“Ich möchte nicht, dass Sie meine Weinflaschen fotografieren”
Na dann.
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Der ReiseMarkt Rhein-Neckar-Pfalz ist noch bis morgen, 8.1., von 10 – 18 Uhr geöffnet. Er findet in der Maimarkthalle in Mannheim statt.
reisemarkt-rhein-neckar-pfalz.de
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