Ein Schwarzwälder Luftkurort mit Wassergemurmelhörliegen, eine Kulturlandschaft mit Schäferstündchen und Glück in den Wipfeln, das steht als Ergebnis der CMT auf meinem Ach, guck mal! – Wunschzettel.
CMT – Caravan, Motor, Touristik. Reisemesse. Caravan ist vor allem das Ding dieses Mannes. Motor: naja, Bus- Schiffs- und Fernreisen lass ich weiterhin außen vor. Touristik. Gehen wir Touristik gucken.
Ach Gott ja. Wie letzte Woche in Mannheim: Wohlbefinden, Wellness – was als Thema schon lange in den Prospekten angekommen ist, sucht seinen Weg noch sehr zaghaft in der Standgestaltung. Auffallend, wie dröge viele Stände sind. Sie wirken nach “wir machen das seit zehn Jahren so und das machen wir auch weiter”. Unmotiviert steht so manches Standpersonal mit verschränkten Armen hinter den Tresen.
Ahhh – und was ist das?
Unterkirnach

Unterkirnach. Ein Schwarzwälder Luftkurort. Und echtes Holz. Nix Fake. Da riechts nach Harz. Wird frisches Wasser gereicht. Und lässt sich auf der “Waldbadeliege” ruhen.

OK. Das mit den Filmsequenzen ist ein bisschen Stilbruch. Und die Naturgeräusche per Kopfhörer etwas zu laut. Viel netter ist dafür der kleine Ausschnitt zum Wassererlebnispfad, den eine Mitarbeiterin der Spielscheune Unterkirnach betreut.

Dass dieser Stand so liebevoll eingerichtet ist, kommt nicht von ungefähr. Die beiden Prospekte, die ausliegen, zeigen, wie durchdacht sich der Ort als Erlebnis- und Erholungsort präsentiert. Es ist ein frisches Konzept. Es macht Spaß, durchzublättern, zu lesen, die Bilder anzusehen. Es freut, dass bei den Geräten der Spielscheune darauf geachtet wurde, dass die meisten auch von Kindern mit körperlichen und geistigen Einschränkungen benutzt werden können. Schatzsuche? Als Geocaching – die GPS-Geräte gibts in der Spielscheune. Für den Wassererlebnispfad (mit zwei Wassergemurmelhörliegen – Foto im Prospekt
) lassen sich elektronische Scouts ausleihen. Statt eines – mit Verlaub – öden Kurparks legte Unterkirnach einen Wildpflanzenpark für beheimatete und meist gefährdete Pflanzen und Kleintiere an.
Mich hat dieser Ort auf jeden Fall schon gefangen.
Heckengäu
Nicht vom Stand selbst, sondern von der Standbetreuerin wurde ich fürs Heckengäu inspiriert. Spricht mich an, während ich warte, bis dieser Mann die Farbenpracht der Säfte fotografiert hat, die eine dort ansässige Firma herstellt. Ja, sowas!
Das Heckengäu ist eine Landschaft westlich von Stuttgart. Ein eher karges Gebiet, mit eben jenen Hecken, die sich auf aufgeschütteten Grenzmauern ansiedelten, mit Wacholderheiden, Schafen und Streuobstwiesen. Ein 120 km langer Fernwanderweg führt von Mühlacker nach Freudenstadt. Das Prospekt, das mir in die Hand gedrückt wird, zeigt neben den allgemeinen Informationen gleich den Wanderweg auf – mit Aussichtspunkten, Einkehrten, Grillstellen und Öffentlichen Verkehrsmitteln. Und so, wie ich es letzte Woche bei dem Elsässer Prospekt erfuhr – auch hier spielt der Internetauftritt eine sehr wichtige Rolle: Wanderkarten zum Herunterladen, Radtouren, GPS-Daten, Veranstaltungstipps, lokale Erzeugnisse (Destillate #hach)… findet sich alles dort. Eine Schatzkiste an Ideen.
Wipfelglück
Ideenreich ist auch der Betreiber der Baumhaushotels “Wipfelglück”. Denn eigentlich kommt er aus der Bestattungsbranche. Aber auch hier aus einer besonderen Ecke – Waldbestattungen. Dann hätten wir ja schon mal zwei Anknüpfungspunkte, das Holz und den Wald. Die Baumhotels selbst bieten allerdings genug Raum und sind nicht sonderlich beengt. Auf der CMT steht aus Platzgründen freilich nur ein Modell.

Und wie funktioniert das nun? An zwei Standorten (Rosenberg und Mönchberg) stehen mehrere dieser Baumhäuser, ein Standort ist winterfest. Die Häuser stehen – je nach Waldart – auf Stelzen oder tatsächlich im Baum selbst. Sie haben Strom, Toiletten und fließend warm Wasser, aber keine Dusche – hier gibt es Vereinbarungen mit Einrichtungen im Ort. Morgens kommt ein Frühstück im Korb, ansonsten muss man sich selbst verpflegen.
Witziges Konzept und die Bilder sehen schön aus. Auf der Wipfelglück-Website ist ein kleiner Filmbericht eingebunden.
Billig ist das allerdings nicht. Für dieses Geld könnte man in ein normales Hotel und hätte eine Dusche. Aber ein Selbstversuch, das ist es wert!
Und sonst so

Glücksräder und Gewinnspiele, Shows und Verkaufsaktionen, Messerabatte und Anmutungen von Rudis Resterampe. Manchmal viel laut und manchmal viel Mensch. Die unvermeidliche Südtiroler Speckparade.

Und wer seinen Hund mitnimmt – also, entschuldigung, das arme Tier!
Zum guten Schluss ein guter Rat….
Die erfahrungsresistente Schreiberin denkt, sie könne mit einigermaßen anständigem Schuhwerk eine Messe wie die CMT überstehen. Tja. Die Wege sind weit in den Stuttgarter Messehallen. Schnallt besser Wanderschuhe an die Füße! Dann klappt’s nicht nur im Urlaub mit dem Wohlbefinden (und dass es diesem Mann ja genauso ging, lässt sich in seinem Post nachlesen).
Update
Wipfelglück antwortete auf Facebook meinem Post und korrigierte, dass beide Standorte winterfest sind – Mönchberg ist allerdings gerade geschlossen, weil dort ein weiteres Baumhaus (barrierefrei) gebaut wird.
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Die CMT im Web:
www.messe-stuttgart.de/cmt
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Unterkirnach im Web:
www.unterkirnach.de
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Das Heckengäu im Web:
www.heckengaeu-natur-nah.de
Das Heckengäu auf Facebook:
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Baumhaushotels Wipfelglück im Web:
wipfelglueck.de
Wipfelglück auf Facebook:
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