Wer schon den zweiten Tag in Tübingen auf der chocolART verbringt, begreift so langsam die Zusammenhänge, lernt die Stadt kennen, die Akteure. Und schaut gern noch mal genauer hinter die Kulissen.
Immerhin, so weiß Corinna Grassler vom Veranstalter TübingenErleben, hat es bisher niemand geschafft, eine ähnliche Veranstaltung in Deutschland zu etablieren. Seit nunmehr sechs Jahren veranstaltet der Handels- und Gewerbeverein diese chocolART in Tübingen, mittlerweile das Mekka der Schokoladenfreunde. Und, so bestätigen die Zahlen, die sie berichtet, es wurde alles richtig gemacht.
“Wir legen viel Wert auf die Qualität und das Programm, das in den letzten Jahren immer mehr gewachsen ist”, so Grassler, die seit Tagen mit den anderen Mitgliedern des Drei-Personen-Teams (!) eigentlich überall zu finden ist. Von Jahr zu Jahr sei man besser geworden, habe Anregungen der Aussteller und Gäste aufgegriffen. “Wir sind schon in der Planung für das nächste Jahr”, erzählt sie. Besonders erfreulich: Die Aussteller, die ein Mal dagewesen sind, kommen gern wieder.
Tübingen selbst hatte bislang kaum einen Bezug zur Schokolade. Nun aber. Keine andere Stadt kann mittlerweile eine so hohe Kompetenzdichte in Sachen Schokolade aufweisen. Das 80-Seiten starke Programm heuer spricht quasi Bände, wissen auch Beobachter, die die Veranstaltung seit Jahren unterstützen.
Erfolg liest sich dann so: Mehr als 200.000 Gäste probieren und lutschen (ganz wichtig!) in diesen Tagen die Probierstückchen in der wunderbar atmosphärischen Altstadt am Neckargestade. Die Gassen sind voll, die Menschen drängen sich an den vielen Ständen, um genau zu schauen, zu probieren und zu kaufen. Nach den katrastrophalen Wetter-Kapriolen mit Eis und Schnee im letzten Jahr erleben Tübingen und die Gäste nun einen nahezu mildes Novemberende und Dezemberbeginn.
Stolz ist man auch auf den Erfolg im Internet: “Da sind wir mittlerweile gut unterwegs”, erzählt Corinna Grassler. Immerhin hat man gerade mehr als 6000 Fans auf facebook einsammeln können, um gleich am Tag drauf forsch und fröhlich die 7000er-Marke anzupeilen. “Aber auch dort lernen wir gern noch dazu”, ist sie ehrlich. “Immerhin haben wir damit die Möglichkeit, diese besondere Veranstaltung in ganz Deutschland und sogar in Europa bekannt zu machen. Diese Chance hätten wir sonst mit unserem überschaubaren Budget nie”.

