Ach, guck mal!

Das Reisen- und Entdecken-Blog von Susanne Butz und Christian de Vries.

20. März 2012
von Susanne
Keine Kommentare

thali: Könnt mir bitte jemand diesen Duft einpacken?

Der Hauch von Exotik…

Im Bioladen gibt es Gewürzmischungen mit wunderbarsten Namen und Verpackungsgestaltungen. Sie helfen mir beim Anschein, einen Hauch von Exotik ins Essen zu bringen.

Vergesst das. Das Original ist eben raffinierter.

Ein Original gibt es seit Kurzem freitags und samstags in den Räumen des café initial:

… im Karlsruher “thali”

Indisch. Vegetarisch. “Home food”. Nicht die sonst hier verbreitete Moghulküche mit allerlei Tandoori-Fleischgerichten auf der Speisekarte. Nein, im thali wird gekocht, wie in Nord- und Südindien daheim gekocht wird. Mehrere Gerichte in kleinen Schüsseln zusammen mit einer Portion Reis auf einem großen runden Tablett serviert – auf dem “Thali”.

Es begann schon mit der Vorspeise, dass ich ziemlich verblüfft wurde. Tomaten und Gurken, klein geschnitten. Das optimale Versprechen auf wenig Geschmack. Und dann eine solche Gewürzmischung, dass ich sogar den Sud auslöffelte.

Die beiden Thalis. Ich entwickel mich in letzter Zeit wohl zur Nasenmenschin. Aber das duftete auch verdammt gut! Nur knipsen, das klappte mit meiner muckeligen Kamera nicht so. Da dürfte dieser Mann die besseren Karten gehabt haben:

Christian fotografiert sein Thali

Was es da gab? Dhal-Tadka (rote Linsen mit Gewürzen) – super lecker. Rasam (klare Linsensuppe mit Tamarind und Gewürzen) – ordentlich scharf. Aloo-Gobhi (Kartoffeln mit Blumenkohl) – ganz und gar nicht so langweilig, wie es sich anhört. Keerai-Poriyal (Blattspinat mit Kokosnuss und Gewürzen). Raita (Joghurt mit Gurken und Gewürzen) – sowas von #nomnomnom. Nur auf den/die/das Rote-Bete-Poriyal (mit Kokos) und die Möhren mit Kokos hätte ich gerne verzichten können (oder eher was sagen – diesem Mann hatten die Möhren nämlich sehr gemundet).

Das Schöne – es gibt von allem nach. Uns haben die Portionen gereicht, wäre ich mit ordentlichem Magenknurren hin, hätt ich aber gern noch mehr von den Kartoffeln und dem Dhal gehabt.

Dazu gab es für mich einen sehr feinen Rotwein von der Weinerei Dr. Feser.

Die Zusammenstellung der Thali wechselt jedes Wochenende. Und ist wohl überlegt: etwas sehr Farbiges, etwas Frisches, etwas sehr Scharfes und etwas Mildes. Viel Hülsenfrüchte – auch wegen des Eiweißes. Gewürzt wird ausgesprochen gekonnt. Dass die Küche wirklich authentisch ist, dafür sorgt Kumar. Und dass dieses ganze Projekt etwas Besonderes ist, war unser Grund, dort hin zugehen:

café initial – das lernrestaurant

Das thali findet im café initial statt – einem Projekt des Vereins initial.

initial bietet Kurse und Qualifizierungen an, insbesondere auch für Arbeitssuchende, die aus unterschiedlichen Gründen lange Zeit aus dem Arbeitsleben ausgestiegen sind. Vor ein paar Jahren wurde so eine stillgelegte Biogärtnerei wiederbelebt und aus der Arbeit in der Gärtnerei entstand die Idee, weitere Arbeits- und Lernplätze in einem Restaurant zu schaffen. Seit anderthalb Jahren bietet das café initial nun einen Mittagstisch. Für InhaberInnen des “Karlsruher Passes” wird er ermäßigt angeboten.

Die InitiatorInnen des initial sind aber zu umtriebig, als dass ihnen das reichte – in der Zuversicht, dass sich das “thali” in absehbarer Zeit tragen und ehemaligen TeilnehmerInnen ihrer Kurse einen Arbeitsplatz bieten wird, stehen sie nun Wochenende für Wochenende freiwillig in Küche und Restaurant, unterstützt von angestellten HelferInnen und Fachkräften.

Dass eine Inderin gleich zu Beginn eine bei der Suchmaschine geschaltete Anzeige entdeckte und nach ihrem Besuch aus lauter Begeisterung einen dicken Stapel Flyer mitnahm, ist schon mal ein gutes Omen.

Ich fand’s lecker…

… und den/die/das zum Schluss von Nevenka gebrachte Barfi (ein Milch-Butter-Zucker-Konfekt) machte den Kreis rund: wieder was zum ewig Riechen.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Hinweis/Disclosure:
ich arbeite seit mehreren Jahren immer wieder bei initial als freie EDV-Dozentin. Und gehe häufiger zum Mittagstisch. Wozu mich niemand zwingt, sondern nur das leckere Essen treibt.
Die Websites und der Twitteraccount treiben mir als Webseitenschubserin allerdings die Tränen in die Augen. Aber sowas muss man wohl bei sozialen Einrichtungen in Kauf nehmen.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das thali ist freitags und samstags von 18-24 Uhr geöffnet.
Es befindet sich im café initial
Ettlinger Straße 29, 76137 Karlsruhe

Die Website des thali: das-thali.de

Die Website des Lernrestaurants:
lernrestaurant.richtige-richtung.de

Das Projekt “Der soziale Garten”:
sozialergarten.richtige-richtung.de

22. Februar 2012
von Susanne
Keine Kommentare

Rösterei Schwarzwild: zitrisch, schokoladig oder doch lieber malzig?

Espresso aus der Maschine

“Der hier ist mir zu mild für einen Espresso” – “Der allererste war richtig gut – würziger, malziger” – “Ja, kräftig er muss sein”

Die drei Frauen, die so kritisch die Tässchen kreisen lassen, wollen es genau wissen. Schließlich sind sie auf der Suche nach besonderem Genuss für ihr Café irgendwo tief im Schwarzwald. Wo kommen die Bohnen her, sind sie aus Bioanbau, gibt es auch Fairtrade-Kaffee in der Freiburger Rösterei Schwarzwild?

Andrea Jauch, die die Rösterei vor wenigen Monaten eröffnet hat, gibt gerne Auskunft. Die meisten Kaffeeimporteure, von denen sie ihre Bohnen bezieht, kennen die Plantagen genau. Es sind kleine Plantagen, die reifen Früchte werden von Hand gepflückt – davon hängt ein großer Teil der Qualität ab. Denn eine Kaffeepflanze trägt gleichzeitig alle Stadien von Blüten über unreifen zu reifen Kirschen. Wer schnell ernten will (wie in Großplantagen), nimmt eben alles mit – das macht den Kaffee preiswerter, lässt aber den Geschmack leiden.

Zertifizierungen? Die gleichen Erfahrungen, wie wir sie schon bei der chocolART mit Schokolade gemacht haben: es tummeln sich diverse Siegel (bis zu 40 im Kaffeebereich), vergeben durch europäische Organisationen. Kleinbauernfamilien können sich die Kosten solcher Zertifizierungen oft nicht leisten. Auch hier eine Frage von Vertrauen und der Bereitwilligkeit von Importeuren, offen vom Anbau und von ihren Einkaufsbedingungen zu berichten. Dinge anders zu machen. So wie der Importeur, der die Bohnen statt in üblichen schweren 60- oder 69-Kilosäcken in 30-Kilosäcke verpacken lässt.

Weiterlesen →

9. Februar 2012
von Christian
Keine Kommentare

Wemding: Das “Kleinod” in der Stadt – “Ambiente”

Es hat nun doch einige Monate gedauert, bis wir den Weg nach Wemding gefunden haben. Kennengelernt hatte ich  Carina Roßkopf Mitte Oktober auf der Fachveranstaltung  BarConvent in Berlin. Einigermaßen neugierig fragte ich auch sie, wo sie herkomme und was sie so mache. “Ich habe ein Hotel”, sagte sie. Was mir kaum glaubhaft schien, mit ihren mal gerade 27 Jahren.  Unbeirrt erzählte sie weiter. Und machte mich neugierig.

Carina Roßkopf (r.) gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Nadine Rösch in Berlin

Direkt am Wemdinger Marktplatz ist das “Ambiente”, was Lokal und Hotel vereint. Wer zur Tür hereinkommt, nimmt angenehme Farben wahr. Auf der rechten Seite prasselt ein Kaminfeuer. Gemütliches Mobiliar, einige Clubsessel, auf der linken Seite eine etwas erhöhte Bar. Das Publikum ist bunt gemischt, alle sind im angeregten Gespräch. Wahrlich eine schöne und gemütliche Atmosphäre, in der man sich schnell wohlfühlt.

Ein Gang führt nach hinten, wo sich die Jugend austoben kann. Hier stehen einige Spielautomaten, ein Billard-Tisch, hier können Darts-Pfeile geworfen werden. Und es darf geraucht werden, dort, wo im Sommer die Türen aufstehen. Auch hier ist eine Bar.

Geschmackvoll eingerichtet: Das "Ambiente" in Wemding

Weiterlesen →

30. Januar 2012
von Christian
Keine Kommentare

Wemding: Auf der Suche nach…

Verkühlte Brunnenschönheit am Wemdinger Marktplatz

Nein, so schnell wird man den Weg nach Wemding wohl nicht finden. Vielleicht, wenn man dort eine Großtante hat, oder andere Verwandte. Oder, wenn man als Botaniker auf den Spuren von Leonhart Fuchs ist. Oder, wenn man  beruflich etwas mit Automobilen und dort mit dem Zulieferer Valeo zu tun hat. Wemding ist ein kleiner Ort mit etwas mehr als 5.500 Einwohnern im sogenannten “Altmühltal”. Vielleicht findet man als Pilger dorthin, wenn man die Wallfahrtsbasilika “Maria Brünnlein” besuchen möchte. Es hat mehrere Kirchen dort, sehenswerte vielleicht, aber wenn man das nicht will?

Haus vor einem Wehrturm

Ein beschauliches Städtchen, das man gern malerisch nennen möchte. Klein und fein, sauber und ordentlich, mit vielen alten Häusern, die mehr oder weniger gut in Schuss sind. Die meisten sind es. Hier eine Heiligenfigur, dort ein sehenswertes Fachwerk, ein Brunnen auf dem Marktplatz. Und es finden Touristen dorthin, denn es hat viele Beherbergungsstätten, sogar einen Campingplatz.

Weiterlesen →

16. Januar 2012
von Susanne
Keine Kommentare

CMT: Ein Pippi Langstrumpf-Haus!

Dieser Mann hat mich mittlerweile soweit: ich betrete grinsend die Caravan-Hallen der CMT (da gibt’s gleich mehrere von). Gut Ding scheint halt doch Weile zu haben.

Gestaltung und Einrichtung der Wohnmobile stehen natürlich in keinem Vergleich zu den Oldtimern, die im Erwin Hymer Museum ausgestellt sind. Schick, sag ich da nur, schick. In allen Varianten. Nur nicht für mein Portemonnaie. Nicht umsonst nutzen mehrere Banken die Gelegenheit, gleich vor Ort Interessierte über Finanzierungsmodelle zu beraten.

Während wir darüber sinnieren, wo wohl meine GSX in die Heckgarage passt (unhandliche 0,75 m breit und 2,20m lang) und wer die 222kg Leergewicht hoch wuchtet, studiert anderswo Papa mit Tochter auf dem Rücken ganz andere Verstaumodelle:

Concorde Wohnmobil, in dessen Heckgarage ein Smart passt

Äh. Ja. Und dieses Reisemobil von Concorde war bei Weitem nicht das Größte. Mir fehlt die Phantasie, mir auszumalen, warum man mit Einfamilienhäusern herumfährt?

Es gibt ja alles. Wirklich. Die unterschiedlichsten Aufteilungen, die unterschiedlichsten Prioritäten. Vollmundig-reißerische Versprechen nach “Kingsize-Betten” und “Traumbädern”, die unmittelbar loslachen lassen – diejenigen, die wirklich schicke Bäder integrieren, haben es offensichtlich nicht nötig, laut zu brüllen.

Weiterlesen →

15. Januar 2012
von Susanne
Keine Kommentare

CMT: Wenn ein Bestattungsunternehmer auf Ideen kommt

Ein Schwarzwälder Luftkurort mit Wassergemurmelhörliegen, eine Kulturlandschaft mit Schäferstündchen und Glück in den Wipfeln, das steht als Ergebnis der CMT auf meinem Ach, guck mal! – Wunschzettel.

CMT – Caravan, Motor, Touristik. Reisemesse. Caravan ist vor allem das Ding dieses Mannes. Motor: naja, Bus- Schiffs- und Fernreisen lass ich weiterhin außen vor. Touristik. Gehen wir Touristik gucken.

Ach Gott ja. Wie letzte Woche in Mannheim: Wohlbefinden, Wellness – was als Thema schon lange in den Prospekten angekommen ist, sucht seinen Weg noch sehr zaghaft in der Standgestaltung. Auffallend, wie dröge viele Stände sind. Sie wirken nach “wir machen das seit zehn Jahren so und das machen wir auch weiter”. Unmotiviert steht so manches Standpersonal mit verschränkten Armen hinter den Tresen.

Ahhh – und was ist das?

Unterkirnach

Messestand auf der CMT von Unterkirnach

Unterkirnach. Ein Schwarzwälder Luftkurort. Und echtes Holz. Nix Fake. Da riechts nach Harz. Wird frisches Wasser gereicht. Und lässt sich auf der “Waldbadeliege” ruhen.

Weiterlesen →

15. Januar 2012
von Christian
Keine Kommentare

CMT: Wohin? Erst mal auf die Touristik-Messe

Wohin reisen? Die Antwort findet man auf der Stuttgarter CMT leicht.

Wer nicht weiß wohin, muss da hin: Zur CMT, genauer, zur ” Urlaubsmesse Internationale Ausstellung für Caravan, Motor, Touristik“. Dass das wahrlich kein Geheimtipp mehr ist, bewiesen allein am ersten Wochenende die mehr als 60.000 Besucher, die sich in den modernen Messehallen direkt am Stuttgarter Flughafen für den nächsten Urlaub inspirieren ließen. Allerdings: Man sollte schon vorher ungefähr wissen, was man sich anschauen will, gute und vor allen Dingen bequeme Schuhe ankleiden, und letztlich um die dann doch langen Wege wissen.

Wer das mag, kann sich allerlei anschauen: Von vielen Feriendestinationen im In- und Ausland über Wohnmobil- und Caravanfahrzeuge bis hin zum richtigen Camping-, Fahrrad- oder Wanderzubehör ist eigentlich alles vorhanden. Immerhin sind in Stuttgart mehr als 1900 Aussteller aus mehr als 90 Regionen oder Ländern vertreten. Kreuzfahrt? Da lang. Wellness? Dort lang. Camping? Da rüber gestapft. Dass sich das zuweilen aufgrund des großen Publikumsandranges etwas zwischen den Gängen schiebt, versteht sich. Dann bleibt auch Zeit, das ein oder andere Mal einige Köstlichkeiten zu probieren.

Weiterlesen →

7. Januar 2012
von Susanne
Keine Kommentare

ReiseMarkt Rhein-Neckar-Pfalz: und prompt gibt es Pläne

Die gemeine deutsche Urlauberschaft hat sich Wohlbehagen verdient. Wellness, Rotwein und jede Menge Schinken. Nichts gegen Schinken – es roch im zweiten Gang des “ReiseMarkt Rhein-Neckar-Pfalz” wunderbar nach den Südtiroler Kaminwurzen und dem Speck des “Schenner Speck Ladele“. Aber morgens vor 12 bereits Rotwein probieren, das befremdet selbst mich Hartgesottene.

Maimarkthalle. Kein sonderlich großes Gelände, in einer Stunde ist die erste Durchschau getan. Einige Stände schlicht, Plakate aufgehangen, Hochglanzprospekte hingelegt und das war’s für die Atmosphäre. Wellness per Print.

Fliegende Händler (Tücher. Schmuck. Portemonnaies. Seifen. Und Rollkofferschnäppchen).

Ach, und da: ein Wohnmobil. Pech für den daheimgebliebenen Blogpartner. Das Herz hätte ihm höher geschlagen.

Nun auch aufwändiger gestaltete Stände, vom Wellness-Hotel Schliffkopf, z.B.: den Boden mit Spänen bestreut, die Tische mit “Rinde” verkleidet, ein Steinbrunnen und komplette Fotowände. Sogar einen großen Monitor gibt es. Geht doch!

Gewinnspiele allenthalben. Adressensammeln par excellence (Frau Aigner, wo sind Sie?).

Weiterlesen →